Ein Restaurant mit Geschichte

„… der weiße Schwan begrüßt dich jederzeit mit offenen Flügeln.“ 

Johann Wolfgang von Goethe an Carl Friedrich Zelter, 18. Februar 1827

Nachdem Goethe sein Wohnhaus am Frauenplan neben dem Gasthaus Zum weißen Schwan bezog, kehrte er immer wieder gern dort ein und empfahl das Gasthaus weiter. Aus einem Brief an seinen Freund, den Komponisten Carl Friedrich Zelter, stammt der berühmte Satz „Der weiße Schwan begrüßt Dich jederzeit mit offenen Flügeln“. Goethes Stammplatz soll übrigens in der Gemeindestube „gleich neben dem Ausschank“ gewesen sein. Als 82-Jähriger wünscht sich Goethe erneut ein Wiedersehen mit Zelter und schreibt ihm nach Berlin: „Das wäre einmal eine Lesung, wenn es sich glücklich fügte, dass Du uns wieder besuchtest; der Schwan würde darüber seine Flügel ausbreiten.“

Mit mehr als 450 Jahren ist das Gasthaus Zum weißen Schwan eines der geschichtsträchtigsten, noch erhaltenen und geöffneten Gasthäuser Europas. Seine ursprüngliche äußerliche Gestalt hat das Gasthaus fast unverändert bis heute beibehalten. Wegen seiner günstigen strategischen Lage am Frauentor musste der gesamte Handelsdurchgangsverkehr seit dem 16. Jahrhundert das Gasthaus Zum weißen Schwan passieren, das sich bei den Reisenden großer Beliebtheit erfreute. Als erster prominenter Gast kehrte Lucas Cranach der Ältere im Jahr 1552 bei seiner Ankunft in Weimar im Schwan ein und trank dort ein Bier.